Dienstag, 13. August 2013

how to insektenhotel

für einen funktionierenden naturgarten braucht man kleinvieh. so richtig kleines vieh, wie etwa florfliegen, ohrwürmer, marienkäfer, schmetterlinge, ameisen, wespen, hummeln und die vom aussterben bedrohten wildbienen sowieso. in unserem haus wollten wir die kleinen nützlinge nicht einquartieren, also bin ich raus in den garten und hab ihnen ein hotel - korrigiere, eine stadt - gebaut. 
 

material
europaletten, einige ziegel, trockene hartholzblöcke, totholz, stroh, lehm, tontöpfe, laub, rinde, holzspäne, bambus und holler. ein paar holzbretter, folie, erde und pflanzen für die dachbegrünung. blechschafferl fürs regenwasser. 

standort
der standort sollte sonnig und witterungsgeschützt sein. sonnig ist unser standort mit sicherheit. für den windschutz haben wir eine schlehe gepflanzt, die bereits im märz/april mit süß duftenden blüten die insekten anlockt und vorallem den bienen eine frühe nahrungsquelle bietet. auch eine klappernuss darf nicht fehlen, finden die kleinen viechers das geräusch doch so anziehend. rund um das insektenhotel werden wir noch samen für eine bienenwiese streuen.

fundament 
unser insektenhotel steht - ganz steiermark like - an einem hang, so musste ich nicht nur ein fundament machen, sondern auch noch aufschichten. und hier kam zum ersten mal meine vor zwei jahren installierte wasserwagen app zum einsatz.



füllung
für das füllmaterial hab ich mir die scheibtruhe geschnappt und bin durch den hof gezogen. lady butterfly und biene maja haben ganz unterschiedliche ansprüche, warum man auch gut beraten ist, wenn man viele verschiedene materialien verwendet. 



die larven der florfliege naschen gern mal die pflanzen frei von blattläusen und behausen locker gesteckte naturmaterialien, wie zb laub, heu und stroh. fräulein florfliege steht ausserdem total auf die farbe rot, was auch die roten kästen bei fertigteilinsektenhäusern erklärt. die tagaktiven marienkäfer und nachtaktiven ohrwürmer ernähren sich unter anderem von blattläusen und spinnmilben, bevorzugen jedoch dicht gesteckte naturmaterialien. grabwespen und mauerbienen nisten in markhaltigen stängeln, zb holler. hier ist zu erwähnen, dass senkrecht angebrachten stängel anscheinend schneller besiedelt werden. ich habe beides angeboten, mal sehen. für die wildbienen habe ich löcher in hartholz gebohrt (achtung! eingang schleifen, damit sich die bienen nicht verletzen) und hohlziegel aufgestellt. damit sie ihren nistplatz auch verschließen können, steht eine schüssel mit lehm und wasser bereit. warum bienen so wichtig sind, wissen wir. ohne bestäubung, kein gemüse/obst.



aufbau
europaletten sind genormt. ziegel sind genormt. leider hat keiner bedacht, dass ich die normziegel gerne in die zwischenräume aufgestapelter normpaletten gestellt hätte. naja, dafür gibt´s einen hammer. um aber trotzdem in einige fächer größere materialen schichten zu können, wurden die paletten mal normal, mal verkehrt aufgestapelt, so dass auf den seiten doppelt große fächer entstanden sind.



dachbegrünung
als das insektenhotel fertig war, sollte ich eine plane am dach montieren, um das hotel und natürlich die insekten vor regen zu schützen. das ist optisch nicht so rasend und so bekam das hotel noch eine dachbegrünung.



das endergebnis macht sich in unserem garten sehr gut und ich hoffe, die insekten bevölkern das ganze bald. neugierig haben wir die nützlinge auf jeden fall gemacht, sind sie doch schon während des aufbaus überall herumgekrabbelt und hineingeflogen. 



 
     

Kommentare:

  1. Hallo!
    Sehr schöne Umsetzung. Ich werde jetzt am Wochenende eins bauen. Nicht ganz so eine Megacity, aber wenigsten eine Pension.
    Vielleicht kannst Du ab und an mal einen Zwischenstand geben über die Bewohner.
    Schönen Gruß

    AntwortenLöschen
  2. Hi, total cool geschrieben! Und tolle Bilder. Apropos Bilder: ich würde gern für meinen Blog eines davon verwenden wollen. Natürlich mit Angabe der Quelle und dem Link. Mein Blog: www.gartenkollektiv.de

    Lieben Gruß aus Berlin, Lars

    AntwortenLöschen